Vergleich

Gefahrstoffmanagement-Software im Vergleich

Software für das Gefahrstoffmanagement gibt es viele: vom kostenlosen GESTIS-Stoffenmanager über Gefahrstoff-Fachsoftware wie GeSi³ bis zu EHS-Suiten wie Quentic oder sam*. Dieser Überblick vergleicht sie Funktion für Funktion – vom Gefahrstoffkataster über die Gefahrstoffdatenbank bis zur geprüften Lagerung – und zeigt, wo Caventi weiterführt.

Worauf es bei Gefahrstoffmanagement-Software ankommt

Fünf Bausteine entscheiden, ob eine Lösung die Gefahrstoffpflichten nach GefStoffV und TRGS wirklich abdeckt. Die meisten Werkzeuge decken einen oder zwei davon gut ab und lassen die übrigen beim Anwender liegen – genau dort entstehen die Lücken, die im Audit auffallen.

Gefahrstoffkataster-Software

Ein vollständiges, aktuelles Gefahrstoffverzeichnis nach GefStoffV § 6 – jeder Stoff mit Menge, Lagerort, Einstufung und hinterlegtem Sicherheitsdatenblatt. Entscheidend ist nicht die Tabelle, sondern ob sie ohne Handarbeit aktuell bleibt, wenn ein Lieferant ein neues Sicherheitsdatenblatt schickt.

Gefahrstoffdatenbank-Software

Eine gepflegte Gefahrstoffdatenbank, die Sicherheitsdatenblätter ausliest und H- und P-Sätze, Signalwort und Lagerklasse mit Herkunftsnachweis je Wert ableitet. Ohne diese Ableitung tippt jemand die Einstufung ab, und jeder Tippfehler wandert unbemerkt in Betriebsanweisung und Lagerprüfung.

Lagerklassen und Zusammenlagerung

Die Zusammenlagerung nach TRGS 510 lässt sich nur prüfen, wenn jedem Produkt eine Lagerklasse zugeordnet ist und die Software den Lagerort kennt. Eine Prüfung, die erst beim Rundgang stattfindet, ist keine Prüfung, sondern eine Stichprobe.

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 400 ist die Pflicht, an der alles hängt. Wer sie mit einem Verfahren wie dem EMKG führt, braucht dieselben Stoffdaten, die schon im Verzeichnis stehen – doppelte Erfassung ist ein Zeichen dafür, dass zwei Werkzeuge nebeneinander laufen.

Betriebsanweisung und Unterweisung

Die Betriebsanweisung nach TRGS 555 und die Unterweisung der Beschäftigten sind der Punkt, an dem Gefahrstoffmanagement die Halle erreicht. Nachweisbar wird es erst, wenn dokumentiert ist, wer welche Fassung in welcher Sprache gelesen hat.

Vergleich

Gefahrstoffmanagement-Software Funktion für Funktion

Dieselben neun Funktionen, über alle vier Werkzeuge und Caventi hinweg. Die Bewertung stützt sich auf öffentlich verfügbare Produktinformationen und fällt im Zweifel zugunsten des anderen Werkzeugs aus: „teilweise“ steht dort, wo eine Funktion existiert, aber nicht durchgängig oder nicht ohne Zusatzmodul.

Gefahrstoffmanagement-Software Funktion für Funktion
Funktion GESTIS-Stoffenmanager GeSi³ Quentic sam* Caventi
Gefahrstoffverzeichnis & GHS-Klassifizierung
Lagerklasse & Wassergefährdung automatisch ableiten
KI-Extraktion aus dem Sicherheitsdatenblatt
Zusammenlagerung live prüfen
Gefährdungsbeurteilung nach EMKG
Betriebsanweisung generieren
QR am Regal, Kiosk & offline mit Quittierung
Herkunftsnachweis & Quelle pro Datenwert
Mehrsprachig, vollständig übersetzt

Stand der Bewertung: 27. August 2026, auf Basis öffentlich verfügbarer Produktinformationen. Funktionsumfänge ändern sich; im Zweifel prüfen Sie beim jeweiligen Anbieter nach. Alle Produktnamen sind Marken ihrer jeweiligen Eigentümer.

Kategorie und Preismodell

Die vier Werkzeuge lösen unterschiedliche Aufgaben, und das erklärt die Lücken in der Tabelle oben besser als jede Einzelbewertung. Nur eines der vier nennt öffentlich einen Preis.

Werkzeug Kategorie Preismodell
GESTIS-Stoffenmanager IFA (DGUV) · Cosanta Gefährdungsbeurteilung Kostenlos nutzbar
GeSi³ GeSi Software GmbH Gefahrstoff-Fachsoftware Preis auf Anfrage
Quentic Quentic · Wolters Kluwer EHS-Suite Preis auf Anfrage
sam* secova GmbH & Co. KG Unterweisungssoftware Preis auf Anfrage
Caventi Gefahrstoffmanagement bis ans Regal Preis nach Unternehmensgröße

Häufige Fragen zur Auswahl

Was kostet Gefahrstoffmanagement-Software?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil drei der vier hier verglichenen Anbieter keinen Preis veröffentlichen und individuell anbieten. Der GESTIS-Stoffenmanager ist kostenlos nutzbar. Bei den kommerziellen Werkzeugen richtet sich der Preis üblicherweise nach Anzahl der Standorte, Nutzer oder Stoffe sowie nach den gebuchten Modulen; Einführung und Datenübernahme kommen meist als eigener Posten hinzu. Rechnen Sie den Aufwand für die Erstbefüllung mit: ein Verzeichnis mit einigen hundert Produkten von Hand anzulegen kostet mehr Arbeitszeit als die Lizenz im ersten Jahr. Caventi wird nach der Mitarbeitendenzahl abgerechnet; den Betrag nennen wir im Gespräch.

Reicht Excel für das Gefahrstoffverzeichnis?

Formal schreibt die GefStoffV kein Format vor, eine Tabelle kann die Pflicht nach § 6 also erfüllen. Praktisch scheitert sie an drei Stellen: die Einstufung wird abgetippt und veraltet still, sobald der Lieferant ein neues Sicherheitsdatenblatt schickt; die Zusammenlagerung nach TRGS 510 lässt sich nicht prüfen, weil Lagerklasse und Lagerort nicht verknüpft sind; und es gibt keinen Nachweis, woher ein Wert stammt und wann er geprüft wurde. Für einen Betrieb mit einer Handvoll Produkten ist Excel vertretbar. Ab dem Punkt, an dem mehrere Lagerorte oder mehrere Personen beteiligt sind, wird die Pflege teurer als eine Lösung.

Ist der GESTIS-Stoffenmanager kostenlos?

Ja. Der GESTIS-Stoffenmanager ist das kostenlose Online-Instrument von IFA (DGUV) und Cosanta für die Gefährdungsbeurteilung. Er ist für inhalative und dermale Gefährdungen etabliert und eine anerkannte Grundlage. Er ist allerdings kein Gefahrstoffmanagement-System: er führt kein betriebliches Verzeichnis mit Mengen und Lagerorten, leitet keine Lagerklasse automatisch aus dem Sicherheitsdatenblatt ab und prüft keine Zusammenlagerung.

Brauche ich eine EHS-Suite oder eine Gefahrstoff-Fachsoftware?

Das hängt daran, wie viele Themen Sie in einem System führen wollen. Eine EHS-Suite deckt Arbeitsschutz, Umwelt, Audits und Gefahrstoffe gemeinsam ab und ist sinnvoll, wenn ein zentrales HSE-Team all das verantwortet. Gefahrstoff-Fachsoftware geht im Gefahrstoffthema tiefer, bleibt aber ein Werkzeug neben anderen. Der Preis der Suite ist die Tiefe: Gefahrstoffe sind dort ein Modul unter vielen, und die Lagerlogik endet meist bei der Lagerklasse, ohne die Zusammenlagerung am konkreten Lagerort zu prüfen.

Welche Software prüft die Zusammenlagerung nach TRGS 510?

Eine echte Prüfung setzt drei Dinge voraus: eine Lagerklasse je Produkt, einen bekannten Lagerort und die Zusammenlagerungsregeln der TRGS 510 als hinterlegte Logik. Viele Werkzeuge erfüllen das erste, einige das zweite und wenige das dritte, weshalb in der Tabelle oben bei dieser Zeile überwiegend „teilweise“ steht. Wo eine Software die Regeln nicht selbst führt, bleibt die Prüfung eine Handarbeit gegen die Zusammenlagerungstabelle – und damit eine Momentaufnahme statt einer laufenden Kontrolle.

Warum ist der Herkunftsnachweis pro Datenwert wichtig?

Weil im Audit nicht die Zahl zählt, sondern woher sie kommt. Wenn eine Lagerklasse im System steht, muss nachvollziehbar sein, aus welchem Abschnitt welcher Fassung des Sicherheitsdatenblatts sie abgeleitet wurde und wann. Ohne diese Spur ist jede Ableitung eine Behauptung, und beim nächsten Lieferantenwechsel weiß niemand mehr, welche Werte noch gelten. Das ist auch der Grund, warum abgetippte Verzeichnisse mit der Zeit unbrauchbar werden: sie sind vollständig und trotzdem nicht belastbar.

Bereit, Ihre Gefahrstoffe wirklich in den Griff zu bekommen?

In einer 20-minütigen Demo sehen Sie, wie Caventi vom Sicherheitsdatenblatt bis zum Nachweis für die Prüfung führt.

30 Tage testen · Ohne Kreditkarte · Gehostet in Deutschland